Dienstag, 4. Februar 2014

Freundschaft {short stories}

Freundschaft


So lautet das Februar-Thema von Sabine und Andrea bei short-stories. Hier sind meine kleinen Gedanken dazu:




Darf ich vorstellen? Das sind Leni und Pauli. Seit Geburt die allerallerbesten Freunde unserer Zwillinge. Allerdings ist das schon die zweite Generation der kuscheligen Begleiter. Seit heute.

Im Bett vom Zwillingsjungen gibt es einen ganzen Kuscheltier-Zoo. Da gibt es Bären, einen Drachen, einen Esel, ein paar Hunde und bis vor ein paar Wochen war da auch immer der Pauli. Der Pauli und der Zwillingsjunge waren ein tolles Team. Viel haben sie zusammen erlebt, der Pauli war immer und überall mit dabei. Manchmal hat der Pauli auch Ausflüge gemacht, da war er dann mal ein, zwei Tage weg. Einfach verschwunden, aber er ist immer wieder aufgetaucht. Beim letzten Mal nicht mehr. Der Pauli ist einfach weg. Wir haben schon mehrmals das Haus, den Garten, die Garage und das Auto auseinander genommen. Weg. Wir wissen nicht, ob er unterwegs einfach verloren gegangen ist. Die Mädels behaupten manchmal, der Zwillingsjunge hätte ihn in den Mülleimer geschmissen. Ich halte das nicht für unmöglich, vielleicht hatte der Pauli Lust auf ein ganz tolles Abenteuer... Der Zwillingsjunge war zwar traurig, aber soo schlimm war das auch wieder nicht, da waren ja noch jede Menge andere Freunde in seinem Zimmer. In den letzten Tagen kam die Frage aber immer öfter: "Mama, woooo ist den der Pau-hau-liiii?" Also hat mein Mann sich auf die Suche gemacht nach einem neuen Pauli (und auch gleich nach einer neuen Leni). Und der kam heute Mittag an. Das Paket öffnet sich, zum Vorschein kommt der neue, SAUBERE Pauli. "Wer ist denn das?" - "Der Pauliiiii! Und der sieht so schön aus! Darf ich den haben? Danke Papa!" Bussi. Bussibussi. BUSSI! Hat der sich gefreut! Und versprochen, auf den neuen Pauli besser aufzupassen...

Das Zwillingsmädchen liebt ihre Leni abgöttisch. Kein anderes Kuscheltier, keine andere Puppe kann Leni das Wasser reichen. Wenn sie müde ist muss Leni her. Genauso, wenn sie traurig ist, wenn sie sich weh getan hat, wenn ihre Geschwister sie gezankt haben, oder wenn ihr langweilig ist. Ohne Leni geht nichts. Gar nichts. Erst recht nicht einschlafen. Und wehe, die Leni hat sich versteckt, wenn es an der Zeit ist, ins Bett zu gehen. Dann fangen hier alle das Suchen an. Und ja, mittlerweile sieht die Leni so aus, wie man sich das nach fast drei Jahren Dauer-Lieb-haben so vorstellt. Dreckig-speckig, denn den Ausflug in die Waschmschine macht die Leni nur im absoluten Notfall, schließlich will sie ihre beste Freundin nicht alleine lassen. Die Schnur der Spieluhr zieht sich schon lange nicht mehr ein und baumelt immer hin und her. So einiges an Füllung hat das Mäuslein auch schon verloren, dadurch ist sie ganz schön dünn geworden. Manchmal müffelt sie auch. Aber dem Zwillingsmädchen ist das alles egal. Leni ist so richtig, wie sie ist. Vor einiger Zeit haben wir schon einmal eine neue Leni gekauft, weil mein Mann und ich ein klitzekleines bißchen Panik davor haben, was hier los wäre, wenn die Leni mal ganz verschwunden wäre, so wie der Pauli. Die Ersatz-Leni war eine Nummer kleiner und hatte keine Spieluhr im Bauch (Sterntaler hat diese Serie wieder aus dem Programm genommen und es ist nicht leicht, sie noch zu bekommen). Und sie war eben nicht die RICHTIGE Leni, die kleine Kopie wurde nicht akzeptiert. Ich bin also sehr gespannt, welche Leni heute Abend mit ins Bett vom Zwillingsmädchen darf. Und ich trau mich fast wetten...

Auch das große Tochterkind hat so eine Freundin. Aber nicht von Geburt an, das Interesse an Stofftieren oder Puppen kam bei ihr erst später. Zum ersten Geburtstag gab es die erste Puppe mit feuerroten Haaren: Lotta. Mittlerweile sind noch einige andere Puppen hier eingezogen, aber die liegen einfach in ihren Betten oder Puppenwägen. Wenn jemand mitkommt, dann Lotta. Seit letztem Herbst ist unsere Große ein Kindergartenkind. Und der Einstieg fiel ihr so richtig schwer. Nie hätte ich gedacht, dass sie jeden Morgen so weinen würde, nach mir hauen und treten würde. Jeden Morgen bin ich heulend nach Hause gegangen. Damit wir sie überhaupt dazu bewegen konnten in den Kindergarten zu gehen, haben wir die Lotta immer im Rucksack versteckt. Da blieb sie da, den ganzen Vormittag, bekam nur ein schnelles "Hallo" zu hören, wenn das Tochterkind ihre Brotzeit geholt hat und hat dann wieder darauf gewartet, dass ihre Freundin sie mittags wieder befreit. Aber dem Tochterkind hat es sehr geholfen zu wissen, dass ihre Freundin bei ihr ist. Mittlerweile gibt es noch eine Freundin im Leben meiner Großen. Eine RICHTIGE freundin, die allerbeste Freundin! Sie wohnt schräg gegenüber und geht in die gleiche Kindergartengruppe. Morgens wird zusammen gefrühstückt, die Brotzeit wird getauscht. Es wird gekichert und getuschelt. Mittags umarmen sie sich zum Abschied. "Mama, das ist meine beste Freundin!" Ich bin so wahnsinnig froh und dankbar, dass meine große kleine Tochter hier in der neuen Heimat so schnell eine so gute Freundin gefunden hat. Ohne sie wäre die Kindergartenzeit nur halb so schön.

Ich finde es total spannend zu sehen, wie sich bei den Kindern die ersten Freundschaften bilden und wie sie miteinander umgehen. Ihr auch?

Liebe Grüße Anja

Kommentare:

  1. Was für schöne Geschichten ... ich versacke heute emotional in Euren wunderschönen Blogs, weil alle heute so schöne Sachen schreiben, dass mir beim Lesen die Tränen in die Augen steigen.

    Aber die Geschichte Deiner GroßenKLeinen kenne ich auch. Meine Kleine ist 5 und hat ihre erste richtig beste Freundin. Sie kam letzen Herbst in ihre Kindergartengruppe und es war Freundschaft auf den erste Blick. Gerade heute morgen im Auto sagte sie zu mir: Mama, so ein Gefühl hier im Herz, dass hatte ich noch nie bei einer Freundin, nur bei Matilda ist das so! Hach ... ich sag doch heute wird mein Blog-Heul-Tag!

    Liebe Grüße
    Sandy

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  2. Oh ja, unsere Leni hieß Mäxchen und konnte durch keinen Ersatz ausgetauscht werden. Toll deine Version über Freundschaft.
    LG Janine

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  3. Liebe Anja,
    so schöööööön geschrieben!!! Unser Kleinster hat auch so eine Leni und Pauli :)
    Bei uns ist es ein Schaf namens Fritzi und die Zwei mögen sich auch (und wie die sich mögen!!). Mittlerweile hat Fritzi einen Zwillingsbruder und taucht immer dann auf, wenn Fritzi1 mal ein Bad in der Waschmaschine nehmen muss oder wenn Fritzi1 sich so kurz vorm Zubettgehen mal wieder ein raffiniertes Versteck ausgesucht hat.
    So lieb!!! Ich finde das ist was ganz Besonderes mit Leni und Pauli!
    Ich drück dich!
    Ganz liebe Grüße
    Marion

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  4. Die beiden sind ja herzallerliebst und die Geschichte dazu erst. Du schreibst so viele nette Kommentare auf meinem Blog und jetzt endlich habe ich es geschafft, dich zu finden. Man muss nur wissen, welche Buttons man anklicken sollte....
    Ich finde es total witzig. Auch ich bin Zwillingsmama (allerdings von 2 Jungs) und habe als "Einzelkind" noch eine Tochter. Allerdings ist es bei mir anders rum. Erst die Zwillinge und dann das Einzelkind.
    Liebe Grüße und damit ich dich in Zukunft auch immer finde, habe ich mich gleich als Mitglied eingetragen.
    Eulelia's

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    1. Herzlich Willkommen Eulelia! Ich freue mich, dass Du hierher gefunden hast! WOW, nach den Zwillingen noch mal Nachwunchs? Respekt! ;) Liebe Grüße Anja

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Hallo,

schön, daß Du bei mir vorbeischaust. Ich freue mich sehr über jeden Kommentar!

Liebe Grüße, Anja